Die neuen Saarbrücker Hefte sind im Handel

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Kritische Themen werden offen angesprochen

Inhaltlich bieten die Hefte eine Menge. Im Saarländischen Landtag sind nur noch drei Parteien vertreten. Unser Autor Simon Ohliger nimmt das zum Anlass, sich das Parteienfeld außerhalb des Parlaments anzuschauen. Die Hefte-Redakteurin Laura Weidig beschreibt die Schwierigkeiten der Tierrechtsgruppen und -parteien, sich von rechtsradikalen Aktivisten und Vereinigungen abzugrenzen. „Der Aufmarsch der Gläubigen“ heißt die Reportage unserer neuen Autorin Karolina Kaltschnee. Darin schildert sie die jährlich wiederkehrende Kampagne der rechtskatholischen Pius-Brüderschaft und ihrer Bündnispartner gegen Frauenrechte. Redakteur Klaus Gietinger hat mit Simone Peter gesprochen. Sie ist aktuell die Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie und setzt sich seit den 1980er-Jahren für eine Energiewende im Saarland ein. Wie weit es mit dieser gekommen ist, beschreibt Dominik Dix.

Es sind schwere Straftaten, die nicht nur die saarländische Öffentlichkeit in den letzten beiden Jahren beschäftigen. Der Mord an der Polizistin Jasmin B. (24) und dem Polizist Alexander K. (28) bei Kusel (2022), der Mord an Tankstellenmitarbeiter Alex W. (29) in Idar-Oberstein (2021) und der Mord an S. Yeboah (27) in Saarlouis (1991). Diese haben die Saarbrücker Hefte zum Anlass genommen, die Taten, die Täter, ihre Unterstützer und ihr gesellschaftliches und politisches Umfeld zu beleuchten. So hinterfragt unser neuer Autor Michael Kohler, welche verhängnisvolle Rolle Behörden und Jagdverbände im Kuseler Fall spielten, wer die Käufer des tonnenweise verkauften Wildfleischs waren und ob auch gegen sie wegen Hehlerei ermittelt wird. Während die Mörder von Kusel und Idar-Oberstein bereits lebenslänglich verurteilt sind, wartet Samuel Yeboah, der bei einem Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Saarlouis verbrannte, noch auf Gerechtigkeit. Sein mutmaßlicher Mörder wurde erst 31 Jahre nach der Tat verhaftet. Nun hat in Koblenz am 16. November 2022 der Prozess gegen den bereits 1991 unter Tatverdacht stehenden Peter S. begonnen. Zum ersten Mal präsentieren die Hefte eine Chronik der Ereignisse im Mordfall Yeboah seit 1991.

 Professor Rainer Eisfeld beschäftigt sich auch mit der Geschichte der Saar-Universität. Er erinnert an das Jahr 1968 und daran, wie der damalige Ministerpräsident Franz-Josef Röder den bundesweit anerkannten linksliberalen Politologen Christian Graf von Krockow von der Uni wegekelte.

Die Galerie gehört dem Künstler Ullrich Kerker. Er war 31 Jahre lang Leiter der Druckwerkstatt an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Und im Literaturteil bringen die Hefte einen lyrischen Dialog der Autorin Sonja Ruf mit Felicitas Frischmuth aus dem ehemaligen Atelierhaus der Dichterin und des Bildhauers Leo Kornbrust. Sehr zu empfehlen sind auch die fünf Buchbesprechungen.

Unterdessen eröffnen sich für die Hefte neue Perspektiven. Die Redaktion hat ein Büro im selbstverwalteten Kultur- und Werkhof Nauwieser 19 bezogen. Und hofft auf ein positives Votum im Saarbrücker Stadtrat bei der Entscheidung über den gemeinsamen Antrag von SPD, Linken, Grünen und der Partei, die Hefte ab 2023 aus dem Haushalt zu fördern.

Die Saarbrücker Hefte können in Buchhandlungen zum Preis von 9.90 Euro gekauft oder über info@saarbrueckerhefte.de bestellt werden. Kontakt bei Rückfragen: Frau Sadija Kavgić, Tel.: 0163 7712049

 
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