Das Bildungssystem ist marode und dringend reperaturbedürftig

Josef Kraus kritisiert massiv das System in unseren Schulen

Das deutsche Bildungssystem ist marode und im Niedergang begriffen. Das behauptet kein Geringerer als der ehemalige Vorsitzende des Lehrerverbands, Josef Kraus. 1995 wäre der Bayer einmal fast Kultusminister von Hessen geworden, in einer CDU/FDP-Koalition unter Führung von Manfred Kanther – doch Rot-Grün lag damals um wenige Prozente vorne. Bei der Union Stiftung hielt der 70-jährige nun einen Vortrag zum Thema „Ist Deutschland noch eine angesehene Bildungsnation – oder fallen wir international zurück?“

Eigentlich sehe es doch sehr gut aus, begann Kraus. Immer mehr Abiturienten, bessere Abiturnoten, bessere Hochschulnoten, niedrigere Sitzenbleiberquoten. "Niemand wird bezweifeln, dass unsere Bildungsnation bestens aufgestellt ist", so überraschte er die Zuhörer - nur um gleich klarzustellen: "Ich bin dieser Niemand." Er wollte die Kluft zwischen dem schönen Schein und dem was Sache ist beleuchten. Ein zentraler Punkt dabei: Dass nur mit einer Absenkung des Anspruchsniveaus die scheinbar günstigen Zahlen erreicht werden können.

Es sei „ein verfluchter Populismus“, wenn Bildungspolitiker dem Wunsch der Eltern nach dem Abitur ihrer Kinder entgegenkämen mit Lehrplänen, die Kraus als „Leerpläne“ verspottete. Der Konservative beklagte auch, dass in den meisten Bundesländern der Zugang zum Gymnasium freigegeben wurde. Stattdessen forderte er eine „hochintensive Bildungsberatung“, damit Eltern von dem Denken wegkämen, dass nur das Abitur zähle. „Wenn alle Abitur haben, hat keiner mehr Abitur. Wenn alle ein Studium haben, hat keiner mehr ein Studium“, meinte Kraus im Rahmen der Veranstaltung provokant. In Wahrheit seien deutsche Schüler im Durchschnitt immer schlechter gebildet. Dazu nannte er auch einige Beispiele: Eine Studie habe festgestellt, dass heute beim gleichen Text 70 Prozent mehr Rechtschreibfehler gemacht würden als in den 1970er Jahren. Auch sei heute für ein „Ausreichend“ in Mathe, Klassenstufe zehn, nicht mehr nötig als Aufgaben zu lösen wie: Bilde die größte dreistellige Zahl aus den Ziffern 2, 3 und 6. Ähnlich sei die Situation an den Universitäten: „Die offenen Tore der Hochschulen haben dazu geführt, dass wir immer mehr Studierberechtigte und immer weniger Studierfähige haben.“ Am Ende zitierte Kraus den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß (CSU): „Vielleicht muss alles erst noch schlimmer werden, ehe es besser werden kann.“

SZ-Bericht 13.2.2020

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Eigentlich sehe es doch sehr gut aus, begann Kraus, der im traditionellen Janker erschien. Immer mehr Abiturienten, bessere Abiturnoten, bessere Hochschulnoten, niedrigere Sitzenbleiberquoten. „Niemand wird bezweifeln, dass unsere Bildungsnation bestens aufgestellt ist“, so überraschte er die Zuhörer – nur, um gleich zu klarzustellen: „Ich bin dieser Niemand.“ Er wolle die „Kluft zwischen dem schönen Schein und dem, was Sache ist, beleuchten“. Ein zentraler Punkt dabei: Dass nur mit einer Senkung des Anspruchsniveaus die scheinbar günstigen Zahlen erreicht werden konnten. Es sei „ein verfluchter Populismus“, wenn Bildungspolitiker dem Wunsch der Eltern nach dem Abitur ihrer Kinder entgegenkämen mit Lehrplänen, die Kraus als „Leerpläne“ verspottete. Der Konservative beklagte auch, dass in den meisten Bundesländern der Zugang zum Gymnasium freigegeben wurde. Stattdessen forderte er eine „hochintensive Bildungsberatung“, damit Eltern von dem Denken wegkämen, dass nur das Abitur zähle. „Wenn alle Abitur haben, hat keiner mehr Abitur. Wenn alle ein Studium haben, hat keiner mehr ein Studium“, meinte Kraus im Rahmen der Veranstaltung provokant. In Wahrheit seien deutsche Schüler im Durchschnitt immer schlechter gebildet. Dazu nannte er auch einige Beispiele: Eine Studie habe festgestellt, dass heute beim gleichen Text 70 Prozent mehr Rechtschreibfehler gemacht würden als in den 1970er Jahren. Auch sei heute für ein „Ausreichend“ in Mathe, Klassenstufe zehn, nicht mehr nötig als Aufgaben zu lösen wie: Bilde die größte dreistellige Zahl aus den Ziffern 2, 3 und 6. Ähnlich sei die Situation an den Universitäten: „Die offenen Tore der Hochschulen haben dazu geführt, dass wir immer mehr Studierberechtigte und immer weniger Studierfähige haben.“ Am Ende zitierte Kraus den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß (CSU): „Vielleicht muss alles erst noch schlimmer werden, ehe es besser werden kann.“

SZ-Bericht 13.2.2020

 

 

 

 


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