Ein Umdenken und neuer Ansatz ist dringend geboten

Riesiger Zuspruch für die mobisaar-Tagung und ein deutliches Positionspapier



Begleitservices im ÖPNV müssen eine feste Institution bei den Maßnahmen der Jobcenter werden. Das forderte Prof. Dr. Daniel Bieber vom Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft bei der zweiten bundesweiten Fachtagung der Begleitservices im Öffentlichen Personennahverkehr, die am 21. Februar in Saarbrücken stattfand. Die Existenz eines Begleitdienstes dürfe nicht immer wieder ganz oder teilweise in Frage gestellt und von Änderungen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen abhängig sein, warnte Bieber. Er forderte eine entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung und Infrastruktur, um langfristig planen zu können. Begleiter beziehungsweise Lotsen stellten eine wichtige Unterstützung für ältere oder gehbehinderte Menschen dar und müssten deshalb dauerhaft und nicht nur für einen bestimmten Zweitraum in einer Maßnahme beschäftigt sein.

Die Fachtagung wurde vom bundesweiten Netzwerk der Begleitservices im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) organisiert. Das im Januar 2016 gegründete Netzwerk diskutierte auf der Tagung die Möglichkeiten sozialer Teilhabe in alternden Gesellschaften durch den zusätzlichen Service für Fahrgäste im ÖPNV und die Einbindung von Langzeitarbeitslosen. Das Netzwerk bringt Verkehrsbünde und Vertreter aus 15 Städten und Kommunen, in denen älteren und mobilitätseingeschränkten Fahrgästen Begleitdienste angeboten werden, zum Austausch zusammen. An der Fachtagung verabschiedete das Netzwerk ein Positionspapier, mit dem Ziel, Politik und Arbeitsverwaltung auf allen Ebenen eine Kooperation anzubieten.

Insgesamt nahmen 150 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Veranstaltung aus verschiedenen Bereichen teil: Vertreter älterer und behinderter Menschen, die Macher von Begleitdiensten aus der ganzen Republik, Vertreter von Politik und Verwaltung, Jobcentern, Verkehrsbetrieben und Ehrenamtlichen.

Die Begleitdienste für den ÖPNV leisten einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag zur Steigerung der sozialen Teilhabe Älterer und Mobilitätseingeschränkter und gleichzeitig zur Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt. Zu berücksichtigen sind die vielfältigen Anforderungen der unterschiedlichen Kundengruppen, die ein hohes Maß an Qualifizierung und Betreuung der Fahrgastbegleiter erforderlich machen.

Eine große Herausforderung stellt der ländliche Raum dar: Es ist schwer umzusetzen, dort Begleitdienste nur mit hauptamtlichen Fahrgastbegleitern anzubieten, nicht zuletzt wegen der Arbeitszeiten. Das Netzwerk sieht im Einsatz von Ehrenamtlichen eine große Chance, um eine Ausdehnung der Servicezeiten in die Abendstunden und an den Wochenenden ermöglichen, so dass soziale Teilhabe der Kunden auch abends gewährleistet werden kann. Gerade in ländlichen Räumen mit sehr schlechter ÖPNV-Anbindung können neue innovative Mobilitätskonzepte, auch durch Einbindung des PKW, durch ehrenamtliches Engagement entstehen.

Positionspapier




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