Förderpreis Ehrenamt zum zehnten Mal vergeben

Im Rahmen einer Feierstunde in der Staatskanzlei zeichnete Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT, Hans Joachim Müller, am Dienstag (6.6.17) die diesjährigen Preisträger des „Förderpreises Ehrenamt“ aus

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer: „Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger sind herausragende Beispiele für gelebtes Ehrenamt. Ihr Engagement steht beispielhaft für die Vielen, denen es zu verdanken ist, dass das bürgerschaftliche Engagement im Saarland in den unterschiedlichsten Bereichen einen sehr hohen Stellenwert besitzt. Nicht umsonst steht das Saarland hinsichtlich der Ehrenamtsdichte in den letzten Jahren immer im Spitzenfeld aller Länder. Die Vielzahl der Kandidaten für den Förderpreis Ehrenamt spiegelt die Reichweite und gesamtgesellschaftliche Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements wider. Ein herzliches Dankeschön gebührt allen, die hierzu beitragen.“

In ihrer Ansprache betonte die Regierungschefin, dass es ein großes Anliegen der Landesregierung sei, das Ehrenamt in möglichst vielen Bereichen zu unterstützen. So hat die Landesregierung gemeinsam mit der LAG PRO EHRENAMT zur Stärkung des Ehrenamtes auch mehrere Initiativen der Anerkennungskultur ins Leben gerufen, wie die Einführung der Ehrenamts-karte, die Gewährung von Ehrenamtsurlaub oder den Abschluss einer Ehrenamtsversicherung. Auch die Förderansätze für Aktivitäten des bürgerschaftlichen Engagements wurden 2016 und 2017 angehoben. „Die Landesregierung wird auch in der neuen Legislaturperiode das Ehrenamt weiterhin fördern und die ehrenamtliche Arbeit von knapp 400.000 Menschen in Vereinen, Verbänden und Selbsthilfegruppen nach besten Möglichkeiten unterstützen“, so die Ministerpräsidentin.

In diesem Jahr bewarben sich 49 Projekte um den Förderpreis. Nach den Kriterien des Förderpreises Ehrenamt ist neben dem innovativen auch der nachhaltige Charakter der vorgestellten Projekte wichtig. Dabei gilt es auch, neue Wege zu suchen und zu beschreiten, beispielgebend für neue Formen und Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements.

Eine unabhängige Jury wählte sechs Projekte als Preisträger aus. In den Bereichen „Innovatives Engagement“ und „Engagierte Jugend“ gewannen jeweils drei Projekte. Die sechs Förderpreise Ehrenamt sind mit jeweils 1000 € dotiert.

Die Preisträger des Förderpreises Ehrenamt 2017 sind im Bereich „Innovatives Engagement“ die Radlerfreunde Homburg mit ihrer Fahrradwerkstatt für Bedürftige, die Bürgerinitiative Altenkessel mit der Gestaltung eines Brückengeländers und der SV Auersmacher mit seinem Projekt zu Suchtprävention in einem Fußballclub. Im Bereich „Engagierte Jugend“ gewannen der Musikverein Merchweiler mit seinem Jugendorchester „Tonwelle“, der Ortsverein Scheiden mit der Gestaltung eines Jugendtreffs und das JUZ United mit der Gestaltung internationaler Jugendtreffs. 

In diesem Jahr wurde der Förderpreis Ehrenamt, der alle zwei Jahre ausgeschrieben wird, zum 10. Mal vergeben. Zugleich kann die LAG PRO EHRENAMT auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet die deutsch-syrische Musikgruppe Al Rabieh.


Innovative Projekte zum Bürgerengagement

Zur Stärkung des Ehrenamtes im Saarland hat die Landesregierung in Kooperation mit der LAG PRO EHRENAMT einige Initiativen zur Anerkennungskultur ins Leben gerufen, wie die Einführung einer Ehrenamtskarte, die Gewährung von Ehrenamtsurlaub sowie den Abschluss einer Ehrenamtversicherung.  Im Saarland leisten schätzungsweise  400.000 Menschen ehrenamtliche Arbeit.  

Wichtigstes Element für die Anerkennungskultur im Saarland ist der Förderpreis Ehrenamt, der seit 2001 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten vergeben wird. 

Das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, Organisationen, Selbsthilfegruppen und Initiativen ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. 

Um dieses bürgerschaftliche bzw. ehrenamtliche oder freiwillige Engagement als "Stütze" zu erhalten und zu fördern, vergeben die Landesregierung und die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT den Förderpreis Ehrenamt. 

Ein besonderes Ereignis bahnt sich im Jahr 2017 an. Beim 20jährigen Bestehen von PRO EHRENAMT kann gleichzeitig der Förderpreis Ehrenamt zehnjähriges Jubiläum feiern

Beim Förderpreis Ehrenamt sollen Vorbilder präsentiert werden und neue Wege beschritten werden, beispielgebend für neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements.

Es werden je drei Preise im Bereich innovatives Engagement und drei Preise in der Kategorie engagierte Jugend mit einem Preisgeld von je 1000 € vergeben. 

Eine hochkarätig besetzte und unabhängige Jury saarländischer Persönlichkeiten vergibt die sechs Preise. 

Meldeschluss für die Bewerbergruppen ist der 14.April 2017.

Die Prämierung der Preisträger erfolgt im Juni 2017. 

Die Unterlagen können eingesehen werden auf der Internetseite www.pro-ehrenamt.de. Flyer können bezogen werden bei PRO EHRENAMT, Richard-Wagner-Straße 6, 66111 Saarbrücken, Tel. 0681/93859-740, Fax 0681/93859-749, Email kontakt@pro-ehrenamt.de

Ausschreibung 2017 

Anmeldung


Prämierung beim Förderpreis Ehrenamt 2017 im Bilderreigen

 

Prämierungsveranstaltung zum Förderpreis Ehrenamt 2017


Bürgerinitiative Altenkessel kümmert sich um Bürgerbelange

Seit 2012 hat es sich die Bürgerinitiative Saarbrücken-Altenkessel auf die Fahne geschrieben, das Ortsbild, aber auch das Entré in die Gemeinde neu, anders und attraktiver zu gestalten.

Es sind Hinweistafeln für die Ortsgeschichte und an denkmalgeschützten Bauwerken angebracht worden. Die Rad- und Wanderwege sind neu beschildert worden. Die Förderung der Grünanlagen und der Spielplätze war ein weiteres Anliegen der 12 bis 15 Personen um Helmut Kohler, der mit seinem Engagement, seiner Öffentlichkeistarbeit und seiner Durchsetzungskraft die Bevölkerung für diesen Neubeginn gewinnen konnte. Seit 2015 engagiert sich die Bürgerinitiative auch sehr intensiv um die Einbindung, vor allem syrischer Neubürger, in das Gemeinschaftsleben. Dazu werden Konzerte mit Musikern und Begegnungsfeste arrangiert, die großen Zuspruch bei den Bürgern und den Neuankömmlingen finden.

Es ist gelungen, Bürger dauerhaft für die Gestaltung der eigenen Gemeinde zu gewinnen, zu begeistern und zu aktivieren.

Konkret hat sich die Bürgerinitiative mit einer kreativen Ortsgestaltung an markanter Stelle von Altenkessel beworben, nämlich mit dem Brückengeländer über die Bahnlinie am Ortseingang, Das Besondere daran ist, dass örtliche Künstler in die Gestaltung eingebunden wurden und ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde. Ein achtköpfige Jury hat den besten Vorschlag (Designer Horst Pink) ausgezeichnet.

Bis zur Verwirklichung und Umsetzung im Jahr 2016 waren aber noch weitere Hürden zu nehmen. Die Unterstützung mit den Ämtern der Stadt und der Deutschen Bundesbahn war notwendig. Es mussten Sponsoren und Förderer gefunden werden, die Öffentlichkeit ist über die Presse und Veranstaltungen auf diesen neuartigen Weg vorberteitet worden. Auch der Bezirksrat hat sich diese Initiative eingesetzt. Die Deutsche Bundesbahn hat eigens einen Brückenprüftermin festgelegt, das Baudezernat der Stadt war eingeschaltet und letztlich mussten aus Sicherheitsgründen in der Nacht vom 3. auf den 4.September 2016 sogar die Bahngleise für zwei Stunden gesperrt werden.

Wirtschaftsförderung, der Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Schulen, die Kirchen waren mit dabei, wenn es galt Hand anzulegen

Die Bürger sind von Anfang an in den Gestaltungsprozess eingebunden worden.

Über Zuschüsse und Spenden konnte der Gesamtbetrag von 12.804 € zusammengetragen werden.

Identitätsstiftend – Eigenverantwortlichkeit – Gemeinschaftsgefühl – Durchsetzungswille -  

Attraktivität des Dorfes - nachhaltige Dorfentwicklung, das sind Aspekte, die Förderpreis-Jury überzeugt haben.

Ein vorbildliches Umsetzungsmodell, das auch eine deutliche künstlerische Komponente einbrachte. Mit viel Beharrungsvermögen haben es die Frauen und Männer geschafft. Die Bürgerinitiative Altenkessel kann stolz auf das neue Gestaltungsbild für die Gemeinde im Stadtteil Saarbrückens sein.

 

Die Präsentation der Bürgerinitiave Altenkessel war sehr überzeugend, vor allem das reiche  Bildmaterial mit Vorher- und Nachher-Aufnahmen hat zu dem positiven Gesamtbild beigetragen.

Die Förderpreis-Jury findet den Ansatz und die Initiative der Bürgerinitiative Altenkessel als herausragendes Beispiel für Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement in unserem Land.

Laudator: Michael Burkert, Toto-Direktor

 


Fahrradwerkstatt für Bedürftige

Vielleicht kennen Sie den Film „Das Mädchen Wadjda“, der vor einigen Jahren auch in deutschen Kinos lief. Ein 11jähriges Mädchen, das in Saudi-Arabien heranwächst, wünscht sich nichts sehnlicher als ein Fahrrad. Doch das Fahrradfahren gilt als unschicklich für Mädchen, ist streng verboten. Aber sie versucht alles, ihren Traum verwirklichen. Gegen viele Widerstände gelingt es ihr am Ende schließlich doch. Ihr Traum geht in Erfüllung, voller Glück und beschwingt fährt sie mit ihrem neuen Fahrrad durch die Straßen ihrer Heimatstadt. Was bei uns das Normalste von der Welt ist – Fahrradfahren – ist hier ein weit entfernter Traum. Das Mädchen Wadjda ist nicht nur über-glücklich mit ihrem Fahrrad, sie hat sich damit auch ein wichtiges Stück Selbständigkeit, ja Freiheit erkämpft!

Viele Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, sind vor Krieg und Unterdrückung geflohen, haben sich auf den beschwerlichen Weg nach Deutschland gemacht, um hier Sicherheit und Freiheit zu finden.

Durchhalten, wenn es beschwerlich bergauf geht; die sprichwörtlichen Durststrecken überwinden; auch bei Gegenwind nicht aufgeben; sich abstrampeln, um ein Ziel zu erreichen - das sind Eigenschaften, die man allgemein im Leben braucht, ebenso wie – konkret - beim Fahrradfahren.

Außerdem braucht man natürlich – ein Fahrrad! Es dient der Mobilität, hilft dabei, Dinge zu erledigen, Freunde zu besuchen, die Umgebung zu erkunden. Doch woher ein Fahrrad nehmen, wenn man nur mit den wichtigsten Habseligkeiten in Deutschland angekommen ist?

Hier hilft die Fahrradwerkstatt für Bedürftige in Homburg – und zwar mit Rat/d und Tat! Seit Ende 2015 engagieren sich hier die Vereine „Radlerfreunde Homburg“ und „Homburger wollen helfen“  gemeinsam mit dem Michelin Reifenwerk, der Stadt Homburg und der AWO. Sie stellen Flüchtlingen und bedürftigen Menschen Fahrräder zur Verfügung. Denn die Wege zur Teilhabe an der Gesellschaft sind in Deutschland manchmal im wahrsten Sinne des Wortes lang – und zu Fuß nicht immer gut erreichbar. Gleichzeitig lernen aber auch neu angekommene Menschen in der Fahrradwerkstatt Tricks und Kniffe, wie man Reparaturen selbst vornimmt. Fahrräder werden für Flüchtlinge gespendet und Instand gesetzt – und bei diesen Arbeiten helfen wiederum geflüchtete Menschen. Wer als Hilfesuchender kam, wird hier selbst zum Helfer. Das ist schon ein besonderes Projekt für nachhaltige Integration!

Und die Idee hat offensichtlich großen Erfolg: Mehrere hundert Fahrräder sind schon fit gemacht und an potentielle Radler übergeben worden.

Bei der Fahrradwerkstatt engagieren sich Menschen für Menschen – aber man kann auch sehen, dass unterschiedliche Institutionen - Vereine, eine Stadt, ein Unternehmen und soziale Einrichtungen - gemeinsam etwas Großartiges auf die Beine – oder in diesem Fall – auf die Räder stellen können. 

Für die Jury des Förderpreises Ehrenamt ist deshalb diese Initiative, dieses Projekt, einen besonderen Preis im Bereich Innovatives Engagement  wert. Herzlichen Glückwunsch! 

Laudator: Lutz Semmelrogge, Stv. Intendant des Saarländischen Rundfunks


Suchtprävention in einem Jugendclub

Aus den vielen sehr schönen Projekten, die zum Förderpreis Ehrenamt eingereicht wurde, darf ich eines ehren, das dem Rat eines biblischen Weisheitslehrers mit Namen Jesus Sirach folgt. Dieser Mann lehrt folgendes: „Auch beim Wein spiel nicht den starken Mann! / Schon viele hat der Rebensaft zu Fall gebracht.Wie der Ofen das Werk des Schmiedes prüft, / so ist der Wein eine Probe für die Zuchtlosen.“ (Sir 31,25f)

Als Theologe und ihr Weihbischof hier im Saarland ist es mir ein große Freude, ein Projekt zu ehren, das diese uralte und offenbar immer wieder notwendige Aufforderung in die Tat umsetzt: das Projekt „7 aus 14“ der Jugendabteilung des Sportvereins Auersmacher 1919 e.V. 

Es geht dabei um Suchtprävention, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren, die mit dem Genuss von Alkohol verbunden sind. Das Sozialministerium des Saarlandes hat 2014 eine landesweite Initiative gestartet, um das sog. Komasaufen unter Jugendlichen einzudämmen. Ein Spielervater, Herr Dr. Klaus Kühn, hat die Idee aufgegriffen, die Jugendabteilung des Sportvereins und allen voran der Präsident des SV Auersmacher, Herr Klaus Thiel, haben mitgemacht. Alle wollen die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen - und das sind im Sportverein Auersmacher immerhin rund 200 Kinder und Jugendliche - schützen und zeigen, dass der Sport eine Vorbildfunktion in der Bildung und Entwicklung junger Menschen hat. 

Konkret geht das folgendermaßen: bei allen Sportveranstaltungen der Kinder und Jugendlichen wird auf den Jugendschutz hingewiesen und weil dieser Schutz befolgt wird, sind alle Sportveranstaltungen und Turniere der Kinder und Jugendlichen alkoholfrei, d.h. es werden keine alkoholischen Getränke verkauft, sondern die alkoholfreien Getränke werden zu niedrigeren Preisen und in einer reichhaltigeren Auswahl angeboten. Nur am Rande: Dafür müssen die Erwachsenen bei ihren Spielen und Turnieren für alkoholhaltige Getränke schon mal tiefer ins Portemonnaie greifen. Aber das alleine macht es noch nicht aus: eigens ausgebildete Jugendbeauftragte sind bei den Veranstaltungen anwesend, informieren über Jugendschutz, sprechen mit Gästen darüber und schreiben Artikel für das „Sportecho“, die Presseseite des Sportvereins im Gemeindeblatt. Außerdem verzichtet der Verein entschieden auf besondere Aktionen, die zum trinken animieren können, wie etwa die „Happy hour“. Ein weiteres Engagement ist, dass die etwas älteren Spieler als Vorbilder für die jüngeren gewonnen werden konnten. So lernen die jungen Sportler, wer ein guter und cooler Fußballspieler ist: einer, der auch ohne Alkohol Fußball spielen und mal gewinnen und mal verlieren kann und deshalb ein ganzer Kerl ist. (So wird dann vielleicht nicht nur die U23 auch im kommenden Jahr wieder Saarlandmeister, sondern vielleicht folgt der ein oder andere auch den Spuren von Jonas Hector -aus Auersmacher in den großen Sport.)

Die Jury des Förderpreises Ehrenamtes findet dieses Engagement vorbildhaft und auszeichnungswert. Sie hofft, mit der Förderung die Initiatoren des Projektes zu bestärken und andere Vereine animieren zu können, diesem Beispiel zu folgen.                 Laudator: Robert Brahm, Weihbischof des Bistums Trier


Jugendorchester Tonwelle macht kräftig von sich reden

Vorspiel mit dem Mundstück einer Posaune

Wie durch das Vorblasen auf dem Mundstück zu sehen ist, geht der Förderpreis bei der Engagierten Jugend an ein Orchester, in dem Kinder und Jugendliche vorbildlich gefördert werden. Durch einen Kooperationsvertrag mit der Max-Grün-Schule in Merchweiler erreichte der Musikverein Merchweiler, dass Kinder kostengünstig das Erlernen eines Musikinstrumentes erlernen konnten.

Vielfältige Aktionen sind seit 2010 geleistet worden:

Geld für die Instrumente ist gesammelt worden. Viele Bürger spendeten einen finanziellen Beitrag oder auch Instrumente. Im Schuljahr 2011/2012 haben 49 Schüler bei vier Musikern des Vereins mit ihrem neuen Hobby begonnen. Geradezu liebevoll haben die Musiker die Anfänger an die Musikinstrumente herangeführt und erste Erfolge verzeichnet. Seit 2014 spielen fünf Nachwuchsmusiker im großen Orchester des Musikvereins mit Im Jahre 2015 ist dann das Jugendorchester "Tonwelle" gegründet worden, inzwischen sind dort 17 Jugendliche integriert. Der ehrenamtliche Dirigent Peter Maurer, aber auch die Betreuerinnen Ute Dörr und Petra Donie haben neben dem Musikbereich aber viele Veranstaltungen mit den Jugendlichen organisiert: Grillfest, Geo-Coaching-Tour, Drei-Tage-Fahrt ins Elsass.

Preiswürdig ist, dass die Kinder und Jugendlichen in der Gruppengemeinschaft musizieren, Verantwortung für sich und die Gruppe übernehmen, Teamgeist entwickeln, Rücksicht auf andere nehmen. Da die Musiker die Instrumente auseinanderbauen und reinigen lernen, gehen sie sehr sorgfältig mit den ihnen anvertrauten Instrumenten um. Die "Tonwelle" Merchweiler erhält den Förderpreis im Bereich Engagierte Jugend.

Laudator: Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann


Jugendtreff Scheiden ist ein sozialer Lernraum

Der Förderpreis Ehrenamt wird in diesem Jahr nun schon zum zehnten Mal verliehen. Das Saarland ist das Land des ehrenamtlichen Engagements. In keinem anderen Bundesland sind so viele Einwohner in Vereinen und Verbänden ehrenamtlich engagiert. Dies zeigt auch die große Anzahl an Bewerbungen, die für den diesjährigen Förderpreis Ehrenamt eingegangen ist. Die Jury hatte keine leichte Wahl. Im Bereich Engagierte Jugend war die Festlegung besonders schwer. Einer der Preisträger ist der Jugendtreff Scheiden e.V.

Die Bewerbung des Jugendtreff Scheiden überzeugte die Jury durch das vielseitige Engagement der Jugendlichen in und für Ihre Heimat Scheiden in der Gemeinde Losheim am See. Bereits im Jahr 1976 gegründet, betreibt der Verein den selbstverwalteten Jugendtreff in Scheiden und bietet damit eine wichtige Infrastruktur der Jugendarbeit im ländlichen Raum. Der Jugendtreff bindet die jungen Menschen an ihre Heimat und die Region. Ein vorbildliches Engagement, schon über Jahrzehnte hinweg. Der Jugendtreff ist ein wichtiger sozialer Lernraum. Demokratische Aushandlungsprozesse, Konfliktlösungskompetenzen, Teamfähigkeit, Offenheit, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein werden gelernt und gelebt. Dieses Engagement stellt einen Mehrwert für die jungen Menschen dar.

Weiter zu nennen ist das herausragende Engagement des Jugendtreffs für die Dorfgemeinschaft. Der Treff bleibt keineswegs unter sich, sondern strahlt in den Ort und die Region. Ein gutes und offenes Miteinander der Generationen ist wesentlich für das Engagement des Jugendtreffs. Veranstaltungen für Jung und Alt werden durch den Jugendtreff durchgeführt. Bei Festen in der Dorfgemeinschaft ist der Jugendtreff längt unverzichtbar geworden. Besonders zu erwähnen ist, dass der Jugendtreff das jährliche Kirmeskomitee stellt. Heimat und Brauchtum haben hier eine besondere Bedeutung.

Ihr Engagement ist vorbildlich und soll Andere zur Nachahmung anregen. Ich möchte Sie ermuntern, nicht in Ihrem Wirken nachzulassen und sich weiter so gewinnbringend für die Gesellschaft und Ihre Heimat einzusetzen. Sie sind ein würdiger Preisträger.

Herzlichen Glückwunsch zum Förderpreis Ehrenamt 2017!

Laudator: Dr. Heino Klingen, IHK-Hauptgeschäftsführer


Sieben Jugendtreffs kümmern sich um gesellschftliche Belange

Die 130 selbstverwalteten Jugendtreffs und Jugendzentren sind eigentlich gut geeignete Begegnungsorte für im Dorf aufgewachsene Jugendliche und Geflüchtete. Gerade auch – was manchmal vorkommt - wenn Jugendtreff und die Unterbringung der Geflüchteten sich direkt in der Nachbarschaft befinden. Die 60 ehrenamtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in sieben solcher Jugendtreffs, die von juz-united begleitet und unterstützt werden, haben daraus ein vorbildliches Engagement entwickelt. Es wurden internationale Treffs aufgebaut, in denen die Jugendclubs für die neue Nutzgruppe der jungen Geflüchteten geöffnet wurden. Wichtig war dabei in Gesprächen und Workshops den bisherigen Nutzergruppen in einem ersten Schritt bewusst zu machen, wie sie Muster und Mechanismen der Ausgrenzung und Diskriminierung verhindern, so dass sich neue Gruppen in Jugendtreffs aktiv einbringen können.

Danach wurde eine Vielfalt von Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten z.B. in Tanz-, Musik- Video- und Rapworkshops entwickelt, Vortragsreihen von Geflüchteten, Rechtsberatung, Sprachkurse, Ausflüge, Fahrradwerkstätten und Fahrradtouren, Mädchentreffs angeboten. Weit mehr als zehn Jugendtreffs beteiligten sich an den Aktivitäten oder entwickelten eigene Veranstaltungen. Dauerhafte Projektteilnehmer wurden die Jugendtreffs in Walpershofen, Blieskastel, Limbach, Großrosseln, Neunkirchen, Geislautern und St. Ingbert.

Wichtig dabei: dass die hier Aufgewachsenen und die Zugewanderten sich kennenlernen, Gemeinschaft erleben. Integration lief dann wie selbstverständlich, wenn die Geflüchteten nach und nach selbst Verantwortung übernahmen, selbst Akteure wurden und beispielsweise auch in einer internationalen Ausbildung zu JugendleiterInnen qualifiziert wurden.

Es ist hier besonders zu würdigen, wie die Verantwortlichen von juz-united die aktuelle Herausforderung der vielen jungen Geflüchteten schnell als Chance für die Zukunft ihres Treffs begriffen haben und sprachliche, kulturelle sowie religiöse Barrieren im Alltag der Jugendtreff-Arbeit überwinden. Sie sorgen dafür, dass es nicht bei einmaligen Festen und Events bleibt, sondern dass die jungen Geflüchteten in den Betrieb eines Jugendtreffs integriert und mit der Übernahme von verantwortlichen Aufgaben beteiligt werden.

Das findet die Jury wir in hohem Maße vorbildlich und wegweisend für viele weitere Felder ehrenamtlichen Engagements und damit in besonderer Weise preiswürdig!

Herzlichen Glückwunsch juz-united!              Laudator. Georg Vogel, Landesjugendring


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