26.09.2014

Das Netzwerk ANKOMMEN leistet tolle Arbeit

OB Britz bei ihrer Ansprache
Frau Kabis und Kadic im Interview
Die Künstlerin Marina Kavtaradze spielte Klavier
Frau Hachemi berichtete aus dem Netzwerk
Die Teilnehmer der Feier auf der Rathaustreppe

Mit einer kleinen Feierstunde im Saarbrücker Rathaus-Festsaal sind 44 Ehrenamtler gewürdigt worden, die seit März 2014 in einem Netzwerk für Flüchtlinge ganz eng zusammenarbeiten. Das Projekt wurde initiiert vom Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Stadt Saarbrücken und der Landesarbeitsgemeinschaft VON PRO EHRENAMT. Die Projektleiter waren dann Suvada Kadic und Ahmet Kadas.

Nach der Ausschreibung im Februar haben die Initiatoren mit einer Anzahl um die Zehn Personen gerechnet, waren aber total überrascht mit zunächst 37 Meldungen. Dabei waren die Hälfte der Netzwerk-Teilnehmer Menschen aus fremden Ländern, die schon seit Jahren im Saarland leben. Sie wollten den Flüchtlingen, die jetzt ins Land kommen, die Probleme, die Schwierigkeiten ersparen und spontan Hilfe und Unterstützung leisten. Etwa 20 deutsche Personen sind sehr engagiert und kommen aus allen Berufssparten (Rechtsanwälte, Dolmetscher, Ärzte u.a.). Inzwischen hat sich das Netzwerk sogar auf 44 Personen entwickelt.

Erste Aufgabe war zunächst einmal, eine Schulungsreihe mit berufenen Experten auf den Weg zu bringen, die die Situation der Flüchtlinge verdeutlichen konnte. Die Mehrzahl der Flüchtlinge kommt aus Syrien, Somalia und Eritrea, meistens sind des junge Männer. Wie ist die Situation in den Herkunftsländern, was sagt das Asylrecht?

Wie muss man sich in Saarbrücken zurechtfinden, welche Ämter sind wichtig? Wie kann man die Zusammenarbeit gestalten und ein Netzwerk aufbauen?

Wie kann das ehrenamtliche Element eine nützliche Quelle sein, ohne diese Menschen zu überstrapazieren. Es stellt sich band einige Kernfelder heraus, die bearbeitet werden mussten: Die ersten Schritte zur deutschen Sprache, der Gang zu verschiedenen Ämtern, Jobcenter, Regionalverband, die Wohnungssuche.

Danach war die Frage zu klären, wie kann man das Leben in den Asylhäusern einigermaßen lebenswert gestalten (Kauf der Möbel)?, wie kann man die Zeit sinnvoll gestalten (Stadtrundgang, Ausflüge, Fußballspielen). Das neueste Projekt heißt: Wie können die Flüchtlinge einigermaßen mobil werden, d.h. das Netzwerk sucht jetzt 100 Fahrräder, die noch einmal repariert und auf einen Sicheren Stand gebracht werden, bevor sie an die Flüchtlinge ausgegeben werden.

Zwischenzeitlich ist ein schönes ANKOMMENS-FEST in der Dudweiler Albertstraße gefeiert worden. In ungezwungenen Rahmen mit vielen Dolmetschern unterschiedlicher Sprachen haben sich die Flüchtlinge kennen gelernt, (immerhin zum damaligen Zeitpunkt 120 Flüchtlinge), landestypische Speisen zu sich genommen und viel Rückhalt erfahren.

Nach den Sommerferien ist dann eine neue Bleibe im Saarbrücker Stadtteil Malstatt dazu gekommen. Dort war es wichtig, auch Vorbehalte der Wohnbevölkerung von vorneherein ernst zu nehmen, mit der Bevölkerung zu sprechen. Die Zukunftswerksatt Malstatt (ZAM) hat da große Vorarbeit geleistet und hilft mit dem Netzwerk dort auch vor Ort sehr intensiv, um das Leben der Flüchtlinge lebenswert zu gestalten.

Der Empfang durch die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz zeigte am Tag des Flüchtlings, dass dieses Projekt eine großartige Resonanz gefunden hat, dass auch vin Seite der Stadtverordneten und von Seiten der Politik die Aufgaben und Tätigkeiten des Netzwerks ANKOMMEN sehr positiv gewertet werden. Das größte Lob ging natürlich an die Menschen, die sich für die Flüchtlinge einsetzen. Sie erhielten aus der Hand von Oberbürgermeisterin BRITZ und PRO-EHRENAMT-Präsident Hans Joachim Müller  die Zertifikate für die Teilnahme an der Schulungsreihe und viele liebe Worte für den außerordentlichen Einsatz.


28.08.2014

Deutschland ist ein schönes Land!

An der Uferpromenade in Mettlach
Vor der Saarschleife in Orscholz

28-09-2014Dijwar und Riad, Khalil und Khalid, Mohamad I und  Mohamad II, Saddam und Sherko – das ist die Gruppe junger Syrer, die seit Dezember 2013 in Saarbrücken leben, nachdem sie aus den Bürgerkriegsgebieten ihres Heimatlandes nach Deutschland geflohen waren – und damit vor der Gefahr, in diesen Krieg hineingezogen zu werden. Sie haben schlimme Erlebnisse hinter sich. Einer von Ihnen erhielt Mitte August die Nachricht, dass ein Angehöriger durch Giftgas umgekommen ist.

Ehrenamtliche Helfer, die sich im Saarbrücker Netzwerk ANKOMMEN zusammengeschlossen haben, betreuen Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea auf unterschiedliche Weise: durch provisorische Sprachkurse, durch Begleitung zu Behörden, durch das Zeigen des urbanen Saarbrücken (City, Rathaus, Stadtbibliothek etc.), durch Vermittlung zu Sportvereinen und nicht zuletzt durch Hilfestellung beim Versuch, eine kleine Wohnung zu finden.

Ich treffe die Syrer (zuerst fünf, zuletzt acht) jede Woche einmal, um anstehende Fragen zu besprechen, um Konversation in Deutsch zu üben, auch um etwas Abwechslung in ihren nicht einfachen Alltag zu bringen. Bei sommerlichem Wetter trifft man sich unter den Bäumen  am Saarbrücker Staden, sonst im Haus der Caritas oder im Übergangswohnheim in Dudweiler. Im Lauf der Monate ist daraus eine Gruppe gewachsen, die Verständigung in Deutsch – anfangs noch recht mühsam – wird ständig besser.

Die schon vor Wochen geborene Idee, einen Tagesausflug außerhalb der Stadt zu  machen, wurde Ende August in die Tat umgesetzt. Mit gesponserten Saarland-Tickets ging es mit der Bahn nach Mettlach, dort per Bus hinauf zur Cloef: zum Wahrzeichen des Landes, der Saarschleife. Das Wetter war gut, die Stimmung gelöst bis ausgelassen. Die Schönheit des Saartales, des Orscholzer Waldes und der Wanderwege trugen dazu bei, eine Auszeit vom belasteten Alltag zu nehmen.

Auf dem Rückweg sagte Sherko: Deutschland ist ein schönes Land. Er meinte das sicher wörtlich als Ausdruck dessen, was er heute gesehen hatte. Vielleicht aber schwang auch mit: hier ist ein sicherer Ort zum Leben, ohne vom alltäglichen Chaos bedroht zu sein, das in der Heimat herrscht.

 Martin Zwick, ehrenamtlicher Netzwerkpartner bei ANKOMMEN


Begrüßungsfest für die Flüchtlinge in Dudweiler
Gegrilltes war auch begehrt, aber auch einheimische Speisen

Ein ehrenamtliches Netzwerk hilft Flüchtlingen auf die Beine

In den letzten Wochen und Monaten kommen vermehrt Flüchtlinge aus Syrien, Somalia und Eritrea nach Deutschland und ins Saarland. Die Flüchtlinge werden jetzt nicht mehr in Lebach untergebracht, sondern sofort an saarländische Gemeinde weitergegeben. So sind derzeit 120 Flüchtlinge in Saarbrücken untergebracht, in der Saarbrücker Brauerstraße oder in der Albertstraße in Dudweiler. Das ehrenamtliche Netzwerk ANKOMMEN kümmert sich um die Flüchtlinge, hilft bei Behörderngängen, vermittelt erste Spracheindrücke, hilft bei der Wohnungssuche oder beim Zugang zum Sportverein. Vielfältige Aufgaben, die die Flüchtlinge zunächst nicht allein leisten können. 42 Ehrenamtler sind in unserem Saarbrücker Netzwerk eingebunden, zur Hälfte deutsche Staatsbürger, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, die schon seit Jahren hier Fuß gefasst haben.

Nach einer wichtigen Informationsphase gehen jetzt die Integrationshelfer gezielt auf die Flüchtlinge zu. Dem besseren Kennenlernen zuliebe hat man jetzt ein Begrüßungsfest in Dudweiler arrangiert, was die Netzwerker für die Flüchtlinge auf die Beine gestellt haben.


ANKOMMEN- Projekte zur Flüchtlingsarbeit

Für alle Fragen offen sein
Interessierte Menschen setzen sich ein
35 Personen wollen den Flüchtlingen helfen

Nachdem in den letzten Jahren nur in Ausnahmefällen Flüchtlinge aus der Landesaufnahmestelle in die saarländischen Kommunen zugewiesen wurden, kommen nun wieder mehr Flüchtlinge in den Gemeinden an - auch in Saarbrücken.

Menschen, die selbst einmal als Flüchtlinge gekommen sind, haben die Erfahrung gemacht, wie wichtig eine Unterstützung und erste Orientierung gerade in der Anfangszeit ist. Eine ganze Reihe von ihnen ist offenbar bereit, mit diesen neuen Flüchtlingen die ersten Schritte zu gehen. Einige haben sich mit diesem Anliegen ausdrücklich an die LAG Pro Ehrenamt gewandt. Aber auch unter Deutschen gibt es ein Potenzial an Menschen, die sich gerne ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren möchten. Auch diese sollen mit dem Projekt erreicht werden.

Flyer

Seit 2010 engagiert sich PRO EHRENAMT schon mit dem Seminar "Integration ist uns wichtig" für diese Frage. Nach den ersten beiden Jahren in Saarbrücken, ist das Seminar 2012 in Neunkirchen, 2013 in Saarlouis durchgeführt worden. 2014 wird der Standort  für das zehnwöchige Seminar Völklingen sein.

Dies ergänzt wunderbar das neue Programm in Saarbrücken.

Diese ehrenamtliche Arbeit muss aufgebaut, organisiert und mit den für die Unterbringung und Betreuung zuständigen Behörden und Verbänden abgestimmt werden. Außerdem brauchen Ehrenamtliche das notwendige Rüstzeug, um sich in den Angelegenheiten der Flüchtlinge qualifiziert einbringen zu können. Dafür sollen sie geschult werden.


Finanzierung von Projektarbeit

Der Regionalverband Saarbrücken und die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT e.V. geben eine Broschüre heraus, die über Fördermöglichkeiten von Projektarbeit informieren soll. Die Erarbeitung der regionalen und überregionalen Fördermöglcihkeiten haben Scharzad Farrokhzad und Martin Rüttgers übernommen. Gefördert wird ie Broschüre vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Projektarbeit in den Bereichen Demokratie, Toleranz und interkulturelle Sensibilisierung, Integration und Prävention gegen Rassismus und Rechtsextremismus soll in vielen Vereinen und Organisationen in Deutschland greifen, deshalb richtet sich die Broschüre an MultiplikatorInnen in Schulen, Vereinen, Jugendeinrichtungen, Weiterbildungsträger, Migrationsselbstorganisationen. Lehrer und Sozialpädagogen, Eltern und einflussreiche Akteursgruppen sollen informiert werden.

Dieses Dokument ist Teil des Lokalen Aktionsplans (LAP) des Regionalverbandes Saarbrücken, der aus dem Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Titel "Toleranz fördern, Kompetenz stärken" gefördert wird.

Broschüre


Wo kommen denn die Projektgelder her?

Regionalverband Saarbrücken, Stadt Völklingen und PRO EHRENAMT bieten jetzt einen Workshop an, in dem die Fördermöglichkeiten für Projektarbeit zu Demokratie, Toleranz und Integration beraten werden können.

Vereine und Organisationen aus diesem Bereich erhalten wertvolle Tipps und können sich auch allgemein zu diesem Thema informieren. Termin ist der  06.September 2013, von 14 - 17 in Saarbrücken und von 18 - 20 Uhr in Völklingen.

Einladung


Wie bekomme ich Geld für mein Projekt?

Regionalverband Saarbrücken und PRO EHRENAMT bieten jetzt einen Workshop an, in dem die Fördermöglichkeiten für Projektarbeit zu Demokratie, Toleranz und Integration beraten werden können. Vereine und Organisationen aus diesem Bereich erhalten wertvolle Tipps und können sich auch allgemein zu diesem Thema informieren. Termin ist der 28.November 2012, von 14 - 20 Uhr.

siehe Ausschreibung


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