Pro Ehrenamt - Newsdetail

Pro Ehrenamt nimmt kritisch Stellung

Steigenden Pflegebedarf durch Ehrenamtliche decken!?


Große Aufregung über einen Vorschlag des Sozialministers

Mit seinem Beitrag vom 21.11. in der SZ,  künftig Lücken in der pflegerischen Versorgung mit ehrenamtlichen Kräften zu füllen,  hat Sozialminister Andreas Storm großen Unmut bei ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und professionellen Kräften in der Pflege ausgelöst.

Die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT stellt fest, dass im Interesse der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen  bei dem zu erwartenden steigenden Pflegebedarf diese Aufgaben nicht auf Ehrenamtler abgewälzt werden dürfen.

Ehrenamtlich Tätige verfügen in der Regel nicht über die notwendige Ausbildung und Qualifikation für die immer aufwendigeren Pflegeleistungen und dürfen darüber hinaus nicht einfach als Lückenbüßer benutzt werden, wenn der Staat seinen Verpflichtungen im Rahmen der Daseinsvorsorge seiner BürgerInnen nicht mehr gerecht werden kann.

PRO EHRENAMT hat mit dem Ausbildungslehrgang für ehrenamtliche Seniorenbegleiter im Alltag eine Vorreiterrolle und auch Verantwortung übernommen und zeigt, wie weit die ehrenamtliche Unterstützung gehen darf.

Viele Menschen im Ehrenamt, insbesondere die ehrenamtlichen Seniorenbegleiter, die im Rahmen ihrer Kompetenzen einen hervorragenden Beitrag für ältere Menschen leisten, haben sich wütend und enttäuscht an uns gewandt und darauf hingewiesen, dass sie nicht schon wieder als billiger Ersatz für notwendige, professionelle Hilfe nicht herhalten wollen und können.

Auch die hauptamtlichen Kräfte in der Altenhilfe waren von den Aussagen des Ministers nicht angetan. Jedenfalls ist das Hervorheben der besonderen Bedeutung der Pflege zweiTage nach den massiven Protesten wenig glaubhaft.

Die Tatsache, dass  Pro Ehrenamt als Dachorganisation der 380 000 ehrenamtlich Engagierten im Saarland, bei dem geplanten Dialog über die Generationenfrage nicht involviert ist und nur aus der Zeitung davon erfahren hat, ist bezeichnend. Dies ist kein Umgang auf Augenhöhe, wie ihn das Ministerium immer wieder den verschiedenen Verbänden und auch uns gegenüber betont.

Wir haben Minister Storm um ein Gespräch gebeten.        

     Hans Joachim Müller, Präsident der Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT e.V.  





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