Pro Ehrenamt - Newsdetail

Ältere Menschen engagieren sich verstärkt in unserer Gesellschaft

Vortrag und Workshop zum sinnstiftenden Engagement im Alter



In ihrem Vortrag hat Frau Prof. Dr. Meyer von der HTW Saar wesentliche Anstöße gegeben und Motive für das freiwillige Engagement von älteren Menschen aufgegriffen. Tatsächlich engagieren sich Männer und Frauen über 60 Jahre überproportional in unserer Gesellschaft (laut Freiwilligen-Survey aus dem Jahre 2014, 43,6 Prozent der Menschen). Die Ansprüche sind sowohl selbstbezogen (Selbstfindung, Selbsthilfe, Selbstverwirklichung) als auch von gemeinwohlorientierten Erwartungen getragen. Bei allen Aktivitäten sind vor allem Spaß und der Umgang mit sympathischen (jüngeren) Menschen individuell wichtig.

Die Zahl der aus eigener Initiative Engagierten ist in den letzten fünfzehn Jahren stark angestiegen. Die Menschen bringen viele wertvolle Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie im Familien- wie auch im Berufsleben gewonnen haben, in ein neues freiwilliges Engagement ein. Das bereichert das Ehrenamt.

                                   Das Miteinander ist wichtig

Nach den mehr grundlegenden Fragestellungen zur Motivlage eines Engagements wurden im Workshop konkrete Fragen und Umsetzungsmöglichkeiten gemeinsam erörtert. In diesem Zusammenhang sprachen die Teilnehmenden auch generations- und grenzüberschreitende Thematiken an. Hier gibt es im Saarland viele Kompetenzen dazu.

Das Miteinander in der Gruppe, neue Optionen für das Lernen, die Weitergabe von Wissen und Erfahrung für eine Umgestaltung und Veränderung unserer Gesellschaft waren dabei wichtige Gesichtspunkte der Diskussion.

                                   Neue Ziele setzen

Als grundsätzliches Resultat kann festgehalten werden: Ältere Menschen setzen sich gerne neue Ziele, sie wollen Projekte im Zusammenhalt der Gruppe erfolgreich umsetzen mit persönlichen zwischenmenschlichen Kontakten, sie wollen aber auch Spaß, Zufriedenheit und Anerkennung erfahren. Ein Füllhorn von Tätigkeitsfeldern gibt es beim Umgang mit Behörden und Institutionen als Hilfen für jüngere Menschen, die dabei der größeren Lebenserfahrung vertrauen können, dieses gilt auch für besondere Krisen- oder Konfliktfälle.

Das Alter sollte kein Hindernis für ein sinnstiftendes Engagement sein. Aber es macht Sinn Menschen für Projekte zu begeistern, bevor sie aus dem Berufsleben ausscheiden. Mit dem Tag X wird damit das sogenannte „Rentenloch“ vermieden. Man weiß um die verbleibenden positiven Aufgaben. Dafür muss man aber werben. Die Realität ist, dass das Potential in dieser  Altersgruppe über 65 Jahre noch sehr ungenutzt ist. Hier gilt es Mut zu machen,  Barrieren gegen das Engagement wegzuräumen und Hilfsangebote wie Fahrdienste, Service-Einrichtungen und feste Partnerschaften mit einzubeziehen.  

                        Mitunter reicht ein Dankeschön 

Die Rituale der Anerkennung, die es im Lande reichlich gibt, wie Pro Ehrenamt aufgelistet hat, wurden nicht so hoch bewertet wie erwartet. Mitunter sind ein aufmunterndes Wort, eine ehrliches Dankeschön und eine kleine Geste zum Geburtstag für die Menschen viel wichtiger als eine Auszeichnung oder der Erhalt der Ehrenamtskarte. Wir haben im Saarland eine gut funktionierende Anerkennungskultur geschaffen, was allgemein gewürdigt wird. Sonntagsreden über die Bedeutung des Ehrenamtes sind auf keinen Fall gewünscht.

Der Workshop verdeutlichte einmal mehr, wie viel unterschiedliches Engagement es gibt: für  Natur und Umwelt, für die direkten Hilfsformen in Selbsthilfegruppen, für das Miteinander in Kultur und Gesellschaft. Man ist auch in Zukunft bereit sich zu engagieren, wenn es mit guten Projektangeboten verbunden wird. Dann  wollen sich die Menschen gerne einbringen. Letztlich steht für die ältere Generation immer die Werthaftigkeit eines Engagements im Vordergrund.                                   

Ein Lachen kann Berge versetzen

In der Schlussrunde betonten die Teilnehmenden noch einmal, dass bei allem  Engagement das Lachen, die Freude, das Glücklichsein in der Gemeinschaft nicht vergessen werden dürfen, sie sind vielleicht der Antriebsmotor, der zum Tun beflügelt. Gegen eine mögliche Vereinsamung in unserer Gesellschaft helfen das Gespräch in der Gruppe und das konkrete Aufgabenfeld, das ist sinnstiftendes Engagement.

Es gibt also für die beiden verantwortlichen Organisationen EUROP’age und PRO EHRENAMT noch viel zu tun, das gemeinsam angepackt werden sollte. Diese Thematik wird in Zukunft weiter auf der Tagesordnung der Ehrenamtlichen bleiben. Mit generationsübergreifenden Angeboten und einer breiten Projektpalette können die Bedürfnisse, Wünsche und Motivlagen der älter werdenden Generation erfüllt werden.





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