Die Vertrauensbasis stärkt die persönliche Entwicklung

Die Zusammenarbeit zwischen Tuka und dem Lernpaten funktioniert gut



Im August 2015 kam Tuka mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern im Zuge des Familienzusammenzuges aus Syrien nach Saarbrücken. Der Vater war als anerkannter Flüchtling mit Aufenthaltstitel bereits seit 2014 in Saarbrücken. Im Rahmen des Projektes Pro Ehrenamt wurde eine Betreuung der sechsköpfigen Familie eingerichtet. Tuka’s Familie ist sozial gefestigt und intakt, brennpunkt-typische Themen sind bei Tuka nicht erkennbar. Schnell wurde allerdings klar, dass die Kinder im schulischen Bereich zusätzliche Unterstützung benötigen, um beim Erlernen von Deutsch zu helfen und ihnen damit die Integration in den Klassenverband zu erleichtern. Im Rahmen des Projektes Lernpaten Saar wurde eine Lernpatenschaft für Tuka (und auch für ihre Schwester) eingerichtet. 

Tuka ist neun Jahre alt und wurde im September 2015 ihrem Alter entsprechend in die dritte Klasse der Grundschule eingeschult. Zum diesem Zeitpunkt sprach sie lediglich arabisch. In der Klasse war Tuka anfangs zurückhaltend bis ängstlich, sprach wenig und nahm kaum am Unterricht teil. Aufgrund der Sprachbarriere überforderte sie der Lernstoff und Tuka wurde daher in die zweite Klasse zurückgestuft. In den folgenden Wochen entwickelte sie sich gut, wurde zutraulicher und wurde aufgrund ihrer freundlichen Art vom Klassenverband anerkannt. Tuka wurde zusätzlich in die Nachmittagsbetreuung im sozialpädagogischen Bereich der Schule aufgenommen, wo u.a. auch Hausaufgabenbetreuung angeboten wird und sich weitere Kontakte zu deutschsprachigen Kindern entwickeln konnten. Inzwischen ist Tuka vollständig „aufgetaut“, sie spricht frei und ungehemmt. Dabei greift sie auf eine eingeschränkte Auswahl von Worten zurück, die sie grammatikalisch inkorrekt zu nicht immer klar verständlichen Satzfragmenten zusammengefügt. 

Die Lernpatenschaft wurde eingerichtet mit dem Ziel, Tuka‘s Sprachentwicklung im individuellen Kontakt mit dem Lernpaten zu fördern. Treffen zwischen Tuka und dem Lernpaten finden zweimal wöchentlich für jeweils anderthalb Stunden statt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Lese- und Schreibübungen, z.B. in Form von Sprach- und Erzählspielen. Das spielerische Lernen ist besonders wertvoll, da Tuka vormittags bereits fünf Schulstunden hinter sich gebracht hat und weiteres „Schulbankdrücken“ nicht förderlich sein würde. Diese Strategie hat sich bewährt und Tuka kommt mit Freude und Enthusiasmus zum Patenschafts-Treffen und entscheidet meist selbst über Form und Inhalt des Unterrichtes. Tuka hat ein vertrauensvolles Verhältnis zum Lernpaten aufgebaut und erzählt während des Patenschaftsunterrichts freizügig über ihre schulischen und ausserschulischen Erlebnisse. Tuka’s Familie ist sozial gefestigt und intakt, brennpunkt-typische Themen sind bei Tuka nicht erkennbar.

Tuka’s Eltern haben das Angebot einer Lernpatenschaft für ihre Tochter offen und sehr dankbar angenommen und bestätigen ihrerseits die guten Fortschritte, die Tuka bislang gemacht hat. 




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