Die Vergabe der Fördermittel für Flüchtlingshilfe ist umstritten

Trifft die Förderrichtlinie wirklich den Kern der Netzwerkpolitik?


Die saarländische Sozialministerin und Integrationsbeauftragte Monika Bachmann, hat die Förderrichtlinien für die Unterstützung ehrenamtlicher Netzwerke für die Flüchtlingsarbeit herausgegeben.

200.000 € haben die Koalitionsfraktionen CDU und SPD für ehrenamtliche Netzwerke in der Flüchtlingsbetreuung zur Verfügung gestellt.

Das Zuwanderungs- und Integrationsbüro in Saarbrücken und die Landesarbeitsgemeinschaft PRO EHRENAMT, die gemeinsam das Saarbrücker Projekt Netzwerk ANKOMMEN aufgebaut haben, sehen aber kaum eine Chance für eine Förderung und/oder Beteiligung ihres Vorzeigeprojekts.

Es werden im Wesentlichen Einzelfördermaßnahmen unterstützt (z:B. Saalmieten, Öffentlichkeitsarbeit, Aufwandsentschädigungen, Dolmetscher- und Referententätigkeit). Die Fördergelder sollen über die Landkreise verausgabt werden.

Dies ist nicht das Verständnis einer Netzwerkpolitik, wie wir sie in Saarbrücken erfolgreich praktizieren und umsetzen. Bürger konnten wir aus freiem Antrieb heraus für Betreuungsaufgaben gewinnen. Aber es gehört nicht nur bei den Flüchtlingen die Willkommens- und Anerkennungskultur dazu. Dieses Annehmen und Auffangen der bereitwilligen Bürger ist eine schwierige, aber bedeutsame Aufgabe. Nur dann sind die Bürger bereit und bleiben auch als wertvoller Bestandteil des Netzwerkes bei der Stange. Bei 90 ehrenamtlichen Betreuern und über 200 Flüchtlingen in Saarbrücken gehört Generalstabsarbeit dazu, alle Aufgaben, Fragen, Probleme zu koordinieren, zu lenken und zu leiten. Das kann allein im Ehrenamt nicht geleistet werden. Da braucht es eine hauptamtliche Koordinierungsstruktur.

Die Organisationsstruktur wird deshalb nach den Bedürfnissen der Flüchtlinge, aber auch der Ehrenamtlichen festgelegt, es spielt keine Rolle wie staatliche und/oder kommunale Institutionen diese Flüchtlingsbetreung verstanden wissen wollen. Für diese Form des bürgerschaftlichen Engagement muss es allerdings Rahmenbedingungen geben, die eine sinnvolle, konstruktive und effektive Zusammenarbeit in dem Netzwerk ermöglichen. Das heißt für uns, dass eine Koordinierungsstelle eingerichtet werden muss, die die Fäden spinnt und zusammenhält und jederzeit als Anlaufstelle für Fragen, Probleme, Aufgaben und Einsätze dienen kann.

Der Regionalverband Saarbrücken hat den Versuch gestartet, mit dem Saarbrücker Projekt zu kooperieren. Die Bereitschaft für eine Zusammenarbeit ist auf beiden Seiten gegeben. Fraglich ist, ob nach den Förderrichtlinien eine Koordinierungsstelle unterstützt werden kann und wird.

Förderrichtlinien.

 

 




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