Hilfe zur Selbsthilfe ist gefordert: Projekt ANKOMMEN

Flüchtlingsprojekt hat seine Bewährungsprobe bestanden



Am 29.11.2016 stellte das saarländische Netzwerk ANKOMMEN in seiner Geschäftsstelle im Nauwieser Viertel in Saarbrücken eine erste positive Zwischenbilanz seiner Unterstützungsarbeit für Flüchtlinge vor. 

„Es ist erstaunlich, wie schnell Flüchtlingskinder mit Hilfe von Paten die Sprache erlernen und Vertrauen in die neue Situation finden“, so die stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Eschberg, Nicole Lobert. Die Zuwendung, das Einfühlungsvermögen und die Unterstützung bei den vielfältigen Aufgaben, sind für den Umgang mit neu ankommenden Flüchtlingen wichtig.

Das ehrenamtliche Netzwerk ANKOMMEN hat sich dieser Sache angenommen. Über 150 freiwillige Helfer sind in Sprachkursen, beim Besuch bei Behörden, bei der Wohnungssuche, bei der medizinischen Versorgung, bei der Orientierung in unserer Gesellschaft im Saarland aktiv.

Die Koordinierungsaufgaben können bei allem Einsatzwillen von den ehrenamtlichen Helfern nicht mehr allein gestemmt werden. Hauptamtliches Personal ist hierbei gefordert. Das Netzwerk ANKOMMEN wird deshalb seit März 2016 mit hauptamtlichen Stellen durch die Fernseh-Lotterie AKTION MENSCH unterstützt. Einen wichtigen finanziellen Beitrag dazu leistet auch der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) und die Peter und Luise Hager-Stiftung. 

In der Nauwieser Straße 52 in Saarbrücken sind Alexandra Gravelaar und Stefanie Weiss sowie Eugen Georg für alle Belange der Flüchtlingsunterstützung zuständig und Anlaufstation. Es werden Veranstaltungen geplant, Treffen der Ehrenamtler organisiert, viele Gesuche und Anforderungen besprochen und gelöst. „Eine vierköpfige syrische Familie such dringend Wohnraum in Saarbrücken“ geht dann über den Email-Verteiler und die Hilfe kommt meistens postwendend.

„Die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt braucht Zeit und benötigt Engagement. Sie kann nur gelingen, wenn wir uns um die Menschen kümmern, die bei uns Zuflucht suchen. Viele dieser Menschen haben traumatische Erfahrungen gemacht, sie stehen vor der großen Herausforderung, sich in einer fremden Kultur, einer fremden Sprache und unbekannter Umgebung zu Recht zu finden. Wir sind sehr froh, dass sich so viele ehrenamtlichen Helfer im Netzwerk ANKOMMEN so stark einbringen und wir dazu einen Beitrag leisten können“, sagte Oswald Bubel, Mitglied im Vorstand der Peter und Luise Hager Stiftung (http://www.hager-stiftung.de).

„Flüchtlinge, die in Deutschland bleiben, müssen schnellstmöglich in Schulbildung, Ausbildung und Beschäftigung kommen. Wir erleben im Saarland ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung und in den Betrieben, die Menschen dabei zu unterstützen. Das Netzwerk ANKOMMEN gibt Hilfe zur Selbsthilfe, das begrüßen wir sehr“, so Joachim Malter, Hauptgeschäftsführer ME Saar (www.mesaar.de).

Aus Sicht der Netzwerkkoordinatoren ist es wichtig, dass die Flüchtlinge mit in die Aufgaben einbezogen werden, dass sie mit der Unterstützung der Paten den Zugang in unsere Gesellschaft finden und mehr und mehr eigene Verantwortung für ihr Leben übernehmen.

Inzwischen haben sich die Initiativen auch auf die Frage der Ausbildung und Integration ins Berufsleben ausgedehnt, für die Zukunft die wichtige und entscheidende Aufgabe für die Integrationsbemühungen. Unterstützt werden die Mitarbeiter „auf der Nauwies“ durch eine Bundesfreiwilligendienstlerin, Fabienne Vigué, die sich insbesondere um den Kontakt über die neuen Medien kümmert.

Die Organisatoren von ANKOMMEN haben im Rahmen eines Pressegesprächs am 29.11.2016 praktische Beispiele ihrer Arbeit mit Betroffenen vorgestellt. Gerne können Beispiele und Gesprächspartner zu konkreten Projekte wie LERNPATEN, Wohnungshilfe, Arbeitsgruppe Ausbildung und Beruf, Theatergruppe, Musikaktion, Cafe Biblio und Familienpatenschaften vermittelt werden.

Das Büro des Netzwerks ANKOMMEN befindet sich in der Nauwieser Straße 52, 66111 Saarbrücken, Tel. 0681-3799-264, Fax 0681/3799-269, Email kontakt@ankommen-saarland.de, Internet:http://www.ankommen-saarland.de. Täglich geöffnet von 9 bis 13 Uhr.

Ansprechpartnerin:  Alexandra Gravelaar

Verantwortlich für ANKOMMEN ist Hans Joachim Müller, Tel. 06893/1373, mobil 0171/5313443, Fax 06893/6447, Email mueller@pro-ehrenamt.de.




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