Engagement wird mit Füßen getreten - ein Trauerspiel

Wie der Dienst nach Vorschrift das Abrutschen in die Kriminalität einleiten kann



Eine Lernpatin in St.Ingbert hat sich intensiv um einen syrischen Jungen bemüht, ihm schulisch manche Unterstützung (Deutschunterricht, Integration in die Klasse) zuteil werden lassen, ihn aber insbesondere in das Gemeinschaftsleben integrieren wollen (Fußballverein, DLRG, Radfahren). Genau das sind die Zielsetzungen einer Lernpatenschaft, nicht allein vordergründig schulische Erfolge erwartet, sondern die Persönlichkeit der Kinder soll gestärkt werden. Nach Ansicht der Lernpatin ist die Integration in sein Umfeld in St.Ingbert gelungen.

Dann kommt aber der drohende Wechsel der Vormundschaft zu einem anderen Onkel von St.Ingbert nach Altötting. Die Lernpatin kann dies nicht nachvollziehen, weil der Junge in St.Ingbert gut integriert ist und sich wohl fühlt.

Die Mühlen der Bürokratie sind aber unaufhaltsam und malen mitunter anders als gewünscht.

Die Lernpatin hat sich mit dem Jugendamt besprochen, das Amt für Jugendpflege eingeschaltet, eine Eingabe beim Vormundschaftsgericht eingereicht. Nach der Entscheidung des Vormundschaftsrichters gegen den Verbleib bemüht sich die Lernpatin bei der Jugendhilfe der ankommenden Gemeinde um Informationen über den weiteren Werdegang des Jungen. Das, was aus Altötting berichtet wird, schlägt dem Faß den Boden aus und kann nur mit Kopfschütteln und Unverständnis aufgenommen werden. Haben wir aus den Fehlern von Berlin und Hamburg nichts gelernt?

Wie muss man sich fühlen, wenn all diese Bemühungen mit Füßen getreten werden, wenn bürokratisch über die Köpfe hinweg Entscheidungen getroffen werden, die bar jeder Menschlichkeit sind. Das ehrenamtliche Engagement einer Lernpatin wird hier mit Füßen getreten.

Stellungnahme einer Lernpatin




Diese Seite auf Facebook teilen


 
© 2011 PRO EHRENAMT > Startseite > Pro Ehrenamt > Aktuelles